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..:: Abheben mit dem Flight Simulator 2004 ::..
 
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Lockheed F-104

Publisher: Captain Sim
Entwickler: Captain Sim

Homepage: http://www.captainsim.com/


Minimale Systemvoraussetzungen lt. Hersteller:

CPU 900 Mhz, 128 MB RAM, 16-Mb-Grafikkarte..., Windows 2000 oder höher

Testsystem:

AMD 2100+, 512 MB RAM und ATI Radeon 9600Pro

Preis:

USD 35.95

Bezugsquelle:

Captain Sim


Lockheed F-104 "Starfighter"

  

Phantastisches, haiartiges Projektil, Zipper, Witwenmacher... es gibt viele Bezeichnungen für dieses Jagdflugzeug, dass der berühmte Konstrukteur Clarence Johnson bei Lockheed als Reaktion auf Erfahrungen des Koreakrieges entworfen hat. Optimiert in Sachen Geschwindigkeit und Steigleistung ist die F-104 im Vergleich zu den gleichzeitig entstandenen Typen MiG-21, SAAB J 35 Draken und Mirage III sicherlich der extremste Entwurf ihrer Zeit gewesen.
Von Captain Sim gibt es die F-104 jetzt für FS 2002 und FS 2004. Man kann sie über die Site online kaufen oder die CD demnächst bei Just Flight erwerben.

Das Aussenmodell der F-104 ist wunderbar gelungen. Die atemberaubende Form der Maschine ist sehr schön wiedergegeben und auch feine Einzelheiten wie der Blick in das Cockpit von aussen, die diversen Markierungen, Waffenhalterungen sowie das filigrane Fahrwerk sind hervorragend nachgebildet. Gewisse Eigenheiten der unterschiedlichen Serienmodelle fehlen aber. Korrekt dargestellt ist auch die wie im Original ziemlich schwache Nachtbeleuchtung der Maschine. Nachts Zieldarstellung für andere Maschinen zu fliegen war in der Realiät aufgrund der schlechten Sichtbarkeit der F-104 nicht ungefährlich. Erfreulich ist, das es "serienmäßig" eine ganze Menge unterschiedlicher Bemalungen von Maschinen fast aller Betreiber der F-104 gibt, mit Ausnahme von Taiwan. Aber auch diese und eine Menge weiterer Livrees findet man inzwischen als Freeware. Schade finde ich, das der auch im Paket enthaltene Trainer TF-104 sehr stiefmütterlich behandelt wurde. Es gibt nur eine einzige Bemalung für eine Maschine der USAF. Aber auch hier erhält man inzwischen reichlich hervorragend gepainteten Nachschub aus der Freeware-Szene.

  

Das 2D-Cockpit ist dem Original gut nachempfunden. Die Ausrüstung des "Starfighterïs" ist im Vergleich zu einer F-16 überschaubar bis spärlich, was dem Original entspricht. So hatten die in Vietnam beim 65. TFW eingesetzten F-104D nicht einmal einen Radarwarn-Empfänger... Die F-104 hat einen Autopiloten, der die wichtigsten Funktionen abdeckt. Eine Landung per Autopilot und ILS ist nicht vorgesehen. Ein GPS wurde eingebaut, was nicht der Realität entspricht, aber eine Alternative für das im FS nicht darstellbare Trägheits-Navigationssystem von der Firma Litton ist, das damals erstmalig in ein Jagdflugzeug eingebaut wurde. Die Sichten sind soweit in Ordnung. Bei der TF-104 fehlt aber der 2. Sitz in der Innenansicht und so hat man auch keine Möglichkeit, mal auf den Platz des Fluglehrers zu wechseln. Dies ist leider nicht möglich. Das 3D-Cockpit des Einsitzers ist voll funktionstüchtig und optisch gelungen. Das Radar kann den AI-Flugverkehr aufspüren.

Die Flugeigenschaften des Starfighters sind so, wie ich mir das Original immer vorgestellt habe. Die Steigleistung ist phantastisch und Mach 2 wird ohne Probleme in den dafür vorgesehenen Flughöhen erreicht. Die "Wendigkeit" und der Kurvenradius sind dagegen wie beim Original nicht akzeptabel. Während eines klassischen Dogfights gegen ein agileres Flugzeug möchte ich lieber nicht in einer F-104 sitzen.

Die Landung ist ein Kapitel für sich. In Bodennähe zur Landung erst lange einkurven zu müssen ist wegen des großen Kurvenradiusses keine gute Idee. Mit einer Landegeschwindigkeit von 210 kn bei voll ausgegfahrenen Klappen hereinkommen ist nicht sehr angenehm. Im Landeanflug sollte man den Schubhebel möglichst wenig bewegen, sondern die Speedbrakes benutzen, um die Geschwindigkeit zu reduzieren. In dieser Phase ist auch eine korrekte Trimmung sehr wichtig. Das Fahrwerk ist beim "Starfighter" sehr engspurig. Da muß die Landung wirklich "sitzen" und "Verkannten" beim Aufsetzen kann fatale Folgen haben. Sehr empfindlich reagiert die Maschine auf Seitenwind bei Start und Landung.
Zum Lieferumfang der F-104 gehört ein Programm namens TCE, das man vor dem Start des Flightsimulators benutzen muß, um sich eine der verschiedenen Rüstvarianten auszusuchen.

Die Möglichkeiten sind:

- ohne Außenlasten
- mit Flügelendtanks
- mit Flügelendtanks und Unterrumpftanks
- Air-to-Air-Variante
- Air-to-Ground-Variante
- Doppelsitzer, austattbar gemäß Varianten 1-5

  
 

Ferner wird das TCE dazu benutzt, die Maschine, die man fliegen möchte auszusuchen. Im FS nach dem Hochfahren sollte man sich das im TCE gewählte Flugzeug aussuchen, da sonst gerade bei einem Tausch der Rüstvariante falsche Treibstoffmengen und Massen berechnet werden. Ferner dient das TCE auch zum unkomplizierten Einfügen von aus der Freeware stammenden Bemalungs-Varianten. Eher witzig finde ich die Möglichkeit, einen "virtuellen Copiloten" zu wählen, wahlweise mit deutscher oder englischer Sprache, Dieser gibt vor allem bei der Landung Kommentare von sich gibt wie "Hey, das ist kein Sturzflug" und man freut sich, wenn er nach der Landung meint, "War doch garnicht mal so schlecht, machen wir weiter mit der guten Arbeit". Natürlich sollte man beim Fliegen mit dem Instrukteur stilgerecht besser den Doppelsitzer TF-104 benutzen... Für die ersten Flüge sollte man ruhig den virtuellen Fluglehrer einschalten, denn seine Hinweise sind durchaus von Nutzen. Ebenfalls zur F-104 gehört ein als PDF-Datei mitgeliefertes Handbuch, das eine Erläuterung der Cockpit-Instrumente mit Bild, Checklisten, taktisch technische Daten und ein Leistungsdiagramm enthält. Letzteres ist sehr sinnvoll, weil man so auf einen Blick sehen kann, in welchen Flugbereichen bei Höhe und Geschwindigkeit die F-104 "safe" ist.

Fazit: Die F-104 ist eine Empfehlung für alle, die einmal Mach 2 im FS 2004 fliegen wollen und fliegerisch anspruchsvolle Flugzeuge mögen. So lange man sich im Bereich dessen bewegt, was das Leistungsdiagramm vorgibt, ist die F-104 eine sichere Maschine. Bedienfehler und Mißachtung der Eigenheiten des "Starfighter" vor allem bei der Landung führen dagegen sehr schnell dazu, das man mit ihm ein Loch gräbt.

Pro:

  • bemerkenswert schönes Außenmodell und gelungene Bemalungen
  • dezente Nachbildung von Abnutzungs-Spuren
  • atemberaubendes, glaubwürdiges Flugfeeling. Der Steigflug mit eingeschaltetem
    Nachbrenner ist eine tolle Sache.
  • spürbar veränderte Flugeigenschaften bei unterschiedlichen Rüstzuständen
  • übersichtliche (englische) Dokumentation
  • funktionsfähiger Bremsfallschirm
  • funktionsfähiges Radar

Contra:
  • "generic F-104" ohne die Besonderheiten einzelner Serienmodelle
  • beim Trainer-Doppelsitzer TF 104 fehlt in der Innenansicht das hintere Cockpit.
  • hat ein engspuriges Fahrwerk
  • benötigt aufgrund ihrer Eigenheiten Einarbeitung. Vor allem die Landung gelingt nicht
    unbedingt beim ersten Mal.

Andreas R. Schmidt

 
 
 

 

 

 

 

 
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